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12.04.2017 | Allgemeines

Trance

Trance

Bei vielen Menschen löst dieses Wort Unbehagen, ja vielleicht sogar Angst aus. Nur warum?

Was ist Trance eigentlich?
Es ist ein Sammelbegriff für veränderte Bewusstseinszustände, sehr mystisch besetzt scheinbar. Ich denke mir, niemand muss sich vor Trance fürchten. Im Gegenteil! Wir alle waren und sind in unserem Leben schon sehr oft in Trance oder tranceartigen Zuständen gewesen. Speziell im Kleinkindalter befinden wir uns fast ausschließlich in einem Bewusstsein, das uns mit zunehmendem Alter immer mehr verloren geht.
Wenn wir uns der Sache wissenschaftlich annähern, dann sehen wir, dass unser Gehirn in unterschiedlichen Wellenlängen (Frequenzen) arbeitet, die wir wie folgt einteilen:

  • Delta (0,5 – 3 Hz): traumloser Tiefschlaf
  • Theta (4 – 7 Hz): Traumbereich im Schlaf (REM); auch die Kreativität ist hier beheimatet
  • Alpha (8 – 14 Hz): Bereich der Meditation, der Entspannung und der Tagträumerei
  • Beta (15 – 38 Hz): nach außen gerichtetes Bewusstsein (vor allem: Stress, Angst…)

 

Neugeborene und Kleinkinder befinden sich in den ersten drei Lebensjahren ausschließlich in den unteren Frequenzbereichen. Erst wenn wir älter werden, produzieren wir auch Beta-Wellen. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass erwachsene Menschen früher nur dann im Beta-Bereich waren, wenn Gefahr drohte. Heute sind wir Erwachsenen die meiste Zeit in dieser, für uns auf Dauer ungesunden, Frequenz des Beta. Reizüberflutung und andere Einflüsse vermitteln unserem Organismus ständige Gefahr. Schon heftig diese Vorstellung, nicht?

Um auf die Trance zurück zu kommen: Tagträumerei oder ins „Narrenkastl“ schauen sind schon leicht beginnende Trancezustände, bei denen unsere Erinnerung noch funktioniert. Es gibt aber verschiedene Trancetiefen, bis hin zur ganz tiefen Trance, wo wir danach über kein Erinnerungsvermögen verfügen. Grundsätzlich verändert sich unser Bewusstsein in der Form, dass ein Teil ganz wach, vollkommen aktiviert wird, wobei andere Regionen in einen Dämmerzustand übergehen. Leichte Trance kann schon zu großer Entspannung führen. Im Idealfall können wir trotz Wachheit in den Theta-Bereich gelangen. Dort haben wir dann ein bildhaftes Erleben wie im Traum und Zugang zu unserem Unbewussten. Die Trance ist ja grundsätzlich ein Schlüssel zu unserem Unbewussten.

Warum sollten wir bewusst in Trance gehen?
Ganz einfach: Trance ist gesund! Sie ist sehr stark reinigend, auf allen Ebenen. Physisch, emotional, energetisch und magisch. Viele Krankheiten können dadurch präventiv verhindert werden. Es findet eine Defragmentierung statt. Alles Überschüssige, all der Ballast, der uns am glücklichen Leben hindert, wird abgeworfen. Trance kann zu Ekstase führen und Ekstase spült den ganzen Körper förmlich frei von hinderlichen Blockaden, welcher Art auch immer.

Schon alleine das Verlassen des alltäglichen Beta-Bewusstseins hat eine sehr stark heilende Wirkung auf unseren Organismus.

Wie können wir in Trance kommen?
In dem wir durch monotone Musik (Trommel oder Rassel) oder Bewegung (Tanz) aus unserer Alltagskonditionierung aussteigen. Über die Atmung ist es ebenfalls möglich in Trance zu gelangen, genauso wie durch starke körperliche Anstrengung oder durch extremes Fasten. Auch Schmerz kann uns in Trance bringen. Meistens werden mehrere dieser Faktoren kombiniert. In manchen Kulturen werden psychoaktive Substanzen dafür verwendet. Ich weiß aber auch aus eigener Erfahrung, dass es nicht notwendig ist, auf solche Substanzen zurück zu greifen, weshalb ich auf meinem schamanischen Weg bewusst keine stimulierenden Pflanzen verwende.

Aus schamanischer Sicht gibt es zwei Arten der Trance:
Wir können unseren Körper verlassen und auf eine Reise gehen; eine Reise in unsere Vergangenheit, an andere Orte oder auch in andere Dimensionen.
Unser Körper kann aber auch vom „Spirit“ ergriffen werden (einer Gottheit, einen Hilfsgeist usw.) und für eine Zeit von ihm in Besitz genommen werden. Wir werden dann bewegt, es bewegt uns.
Es ist auch möglich, in Trance alte Muster und Konditionierungen zu finden und zu transformieren.

In früheren Kulturen tanzte und sang sich das ganze Dorf, die ganze Sippe gemeinsam in Trance. Noch heute wird das bei den indigenen Völkern so praktiziert. Auch bei uns in Europa gab es bis ins Mittelalter den „Veitstanz“, dessen Ursachen als religiöser Wahn oder Folgen eines giftigen Spinnenbisses abgetan wurden. In späterer Folge wurde diese Trance als teuflisch, vom Teufel besessen, von der Kirche verboten. Dieses Dogma finden wir noch heute tief in uns verankert. Die Bewegungen, die wir in Trance machen, sehen für viele sehr befremdend aus. Befremdend aus dem Grund, weil es uns eingetrichtert wurde. Menschen, die ihr Selbst befreien, die sich von alten Strukturen und einzementierten Konditionierungen lösen, sind den dogmatisch herrschenden Systemen ein Dorn im Auge. Ja, sogar gefährlich, denn solche Menschen sind kaum manipulier- und kontrollierbar.

 

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