Wer oder was ist eigentlich ein Schamane?


„Schamanen sind spirituelle Spezialisten, die bei vollem Bewusstsein eine rituelle Ekstase  herbeiführen können und dabei den Eindruck haben, ihre Seele würde den Körper verlassen und ins Jenseits reisen“


(Wikipedia)

Was ist Schamanismus?

Schamanismus ist der älteste ganzheitliche Heilungssatz der Menschheit – bewiesenermaßen mind. 30.000 Jahre alt, wahrscheinlich noch älter. Schamanismus in gelebter Form nennt sich Schamanentum. Das Schamanentum war auf der ganzen Erde, auf allen Kontinenten und in allen Kulturen verbreitet. Auch in Europa gab es in früheren Zeiten eine schamanische Kultur. Durch die Völkerwanderung und den damit einhergehenden Kriegen und vor allem durch die Christianisierung sowie die kirchliche Inquisition (Hexenverbrennungen) wurde dieses Wissen fast ausgerottet.  Heute drängt „Dieses alte Wissen“ wieder in den Vordergrund und kehrt in das Bewusstsein von uns Europäern zurück.

Was ist nun ein Schamane?

Ein viel gebrauchtes Wort in der heutigen Welt:  Polarisierend, heilbringend aber auch mit Widerständen behaftet. Lasst uns erst mal den sprachlichen Gebrauch genauer betrachten.
Das Wort Schamane kommt ursprünglich von den tungusischen Völkern Sibiriens und war bis zum 17. Jahrhundert auch nur dort im Gebrauch. Anthropologen, die wissenschaftliche Untersuchungen durchführten, verwendeten diesen Begriff in ihren Büchern und bei Übersetzungen. In weiterer Folge wurde das Wort „Schamane“ für eine in der Essenz ähnliche Lebensweise auch außerhalb Sibiriens in den Sprachgebrauch anderer Regionen Europas übernommen. Die Kommerzialisierung dieses Begriffes führt mittlerweile wieder soweit, dass Heiler indigener Völker ausschließlich mit ihrer ursprünglichen Bezeichnung angesprochen werden wollen und das Wort „Schamane“ teilweise sogar ablehnen.

Wie wir sehen, ist nicht überall Schamane drin, wo Schamane draufsteht

Ein Schamane ist ein Heiler und ein spiritueller Begleiter. Er ist ein Vermittler zwischen den Welten. Ein Meister der Ekstase und der Trance. Er verfügt über eine ständige ekstatische Brücke zum Universum. Wenn er mit dem Universum spricht und Handlungen setzt, so reagiert es darauf.

Abgrenzung zu Religion und Priestertum:

Schamanen sind keine Priester und Schamanismus ist keine Religion. Es ist ein Weg des Wissens und nicht des Glaubens. Er ist nicht dogmatisch und vor allem ist er erleb- und beweisbar. Schamanen vermitteln zum Transzendenten, wobei Priester einen religiösen Kult verwalten. Schamanen sind immer vom lokalen Glauben unabhängig, wobei ein Priester vollkommen von seiner Institution abhängig ist.

Wie wird man Schamane?

Niemand wird freiwillig Schamane. Du wirst von der geistigen Welt gerufen und musst deinem Ruf folgen. Wenn du es nicht tust, dann wirst du von den Geistern dazu gezwungen. Oft durchleben Initianten einen schmerzvollen Einweihungsweg. Körperliche Krankheiten oder heftigste Krisen sind keine Seltenheit. Die Schüler durchlaufen einen jahrelangen Prozess der Läuterung und des Lernens. Symbolisch gesprochen wird der Körper des Initianten „zerstückelt“, um danach wieder neu zusammengesetzt zu werden. Mit einem Knochen mehr. Erweitert um die zuvor erwähnte, ständige ekstatischen Brücke zum Universum. Die Schüler erlangen so ihr neues Bewusstsein, sozusagen die Verbindung zu ihrem höheren Selbst.

„Versteckter“ Schamanismus im modernen Leben

Ich bin mir sicher, beinahe jeder hatte schon mit Schamanismus direkt oder indirekt zu tun, denn viele therapeutische Ansätze und fast alle spirituellen Strömungen, wie sie heute bekannt sind, haben ihren Ursprung im Schamanismus. Er ist die Urform der Psychotherapie. Familienaufstellungen, NLP, Gestalttherapie, Hypnose, Quantenheilung, Cranio Sakrale uvm. sind daraus hervorgegangen. So verbirgt sich Schamanismus öfter hinter gängigen, weit verbreiteten Heilpraktiken, als den meisten Menschen bewusst ist.